• Benedikt Olesch

Monatskommentar Oktober 2022

Aktualisiert: 8. Nov.

Liebe Anleger und Anlegerinnen,


am 23. Oktober wählte das Zentralkomitee Xi Jinping für weitere fünf Jahre zum Generalsekretär der Kommunistischen Partei China’s. Der ständige Ausschuss des Politbüro’s bestehend aus Xi Jinping und sechs weiteren Personen bildet die engste Führungsriege um Xi Jinping. Hier gab es 4 Neubesetzungen. Die westlichen Kommentatoren sprachen in diesem Zusammenhang von einem Ausschluss des marktwirtschaftlich orientierten Reformlagers auf dem Parteitag und einer nochmaligen Stärkung der Machtposition Xi’s. In der darauf folgenden Woche verlor der Hang Seng Index 9,3%. Seit Jahresanfang hat der Index bereits mehr als 37% verloren.[1] Die Einflussnahme auf die Privatwirtschaft durch die Kommunistische Partei wird in den kommenden Jahren wohl weiter zunehmen. Daher werden sich die Unternehmen der politischen Vorgabe der „Common Prosperity“ wohl zunehmend unterordnen müssen. Resourcen werden vom Staat so verteilt, dass die nationalen Ziele erreicht werden können. Ohne Opposition und umgeben von Ja-Sagern wird bei Xi eine Fehleranalyse bei diesem Vorgehen kaum vorhanden sein. Hinzu kommt die Auseinandersetzung mit den USA. Am 7. Oktober untersagte die US-Regierung westlichen Unternehmen die Lieferung von Hochleistungs-Halbleitern nach China. Damit sollen die Fortschritte China’s bei der Entwicklung von künstlicher Intelligenz und Supercomputern verzögert werden. Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen den USA und China erscheint es kaum nachvollziehbar, dass 262 chinesische Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von USD 775 Milliarden[2] an US Börsen notieren. Die US Behörden weisen daraufhin, dass mindestens 131 dieser Unternehmen ihre Notierung an US Börsen einstellen müssten, sofern sie nicht bald die Offenlegungspflichten der amerikanischen Börsenaufsicht (SEC) erfüllen.[3] Chinesische Aktien sind günstig und könnten bereits von einer Aufhellung der Lage stark profitieren (z.B. einer Lockerung der „Zero Covid Policy“). Aus den vorher genannten Gründen ist die Rechtssicherheit aus meiner Sicht für (ausländische) Investoren in China in der derzeitigen Situation allerdings nur schwer einschätzbar. Deshalb hält unser Fonds derzeit keine Investments in chinesichen Aktien.


Selbstverständlich ist China’s Einfluss auf die Welt zu groß, um als Anleger an dessen Grenzen halt zu machen. Westliche Unternehmen werden immer mehr vor Probleme in dem riesigen chinesischen Markt gestellt. China möchte mit der „Dual Circulation“ Strategie globale Abhängigkeiten reduzieren. Dafür soll der Binnenkonsum gestärkt und die Exportabhängigkeit gesenkt werden.[4] So nimmt die Konkurrenz durch chinesische Firmen zu. Nike und Adidas müssen sich auf dem chinesischen Markt gegen Anta Sports behaupten.[5] Und die deutschen Autohersteller bekommen Konkurrenz durch chinesische Elektroautos.[6] Zudem mag Xi’s Motivation ausländische Unternehmen gut zu behandeln, damit ihre Führungskräfte zu Hause Lobbyismus für China machen, aufgrund weiterer Ausfuhrkontrollen für Schlüsseltechnologien durch die USA abnehmen. Dazu kommt die eingeschränkte Konvertierbarkeit des chinesischen Yuan in die jeweiligen Heimatwährungen, welche ausländische Unternehmen die Rückführung von Liquidität erschwert. Auch als Produktionsstandort hat China an Attraktivität verloren. Die Erwerbsbevölkerung wird in 2023 wohl das erste Mal zurückgehen.[7] Zudem nimmt auch die deutsche Industrie die geopolitischen Risiken zunehmend ernst. So hat der Bundesverband der Deutschen Industrie Ende Oktober ein Grundsatzpapier mit dem Titel „Europäische Souveranität stärken: Risikovorsorge ist Gebot der Stunde“ veröffentlicht.[8] Laut einer Studie des Institut der deutschen Wirtschaft hängen 1,1 Millionen deutsche Arbeitsplätze vom Endverbrauch in China ab.[9] Wachstum in China war für die Mehrheit der global aufgestellten Unternehmen aus dem Westen lange Jahre ein Gütesiegel. Auf absehbare Zeit könnte die Präsenz in China für ausländische Unternehmen zum Hindernis werden. Unser Fonds ist in Unternehmen mit hohem Umsatzanteil in China derzeit untergewichtet.


Der Anteilspreis unseres Fonds gewann im Oktober um 6,9%. Zum Vergleich - der Weltindex MSCI World stieg über den gleichen Zeitraum 6,2% in Euro. Der nächste Monatskommentar erscheint Anfang Dezember. Bei Fragen stehe ich in der Zwischenzeit gerne zur Verfügung.


Mit den besten Grüßen aus Traunstein,


Benedikt Olesch, CFA

Kontakt: b.olesch@wertartcapital.com



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[1] Der Hang Seng Index ist das Börsenbarometer für in Hong Kong gelistete Aktien. [2] Zum 30.09.2022 [3] https://www.uscc.gov/research/chinese-companies-listed-major-us-stock-exchanges [4] https://www.dw.com/de/peking-stellt-weichen-f%C3%BCr-politik-der-zwei-kreisl%C3%A4ufe/a-54930330 [5]https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/anta-sportartikel-china-101.html [6] https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-autokonzerne-geschaeft-china-101.html [7] https://www.schroders.com/de/de/privatanleger/insights/maerkte/wird-china-zu-einer-globalen-inflationsquelle/ [8] https://bdi.eu/artikel/news/bdi-papier-zu-europaeischer-souveraenitaet-risikovorsorge-ist-gebot-der-stunde/ [9] https://www.iwkoeln.de/studien/juergen-matthes-gegenseitige-abhaengigkeit-im-handel-zwischen-china-der-eu-und-deutschland.html