Monatskommentar September 2026
Liebe Anleger,
Im September gab der Anteilswert des WertArt Capital Fonds AMI um 1,1% nach (ISIN DE000A2N65X4), während der globale Small Cap Sektor 1,9% verlor. Seit Jahresanfang liegt der WertArt Capital Fonds mit 11,7% im Plus, während der globale Small Cap Sektor gemessen am Index seit Jahresanfang um 15,7% zulegen konnte.
Der Aktienkurs unserer Beteiligung an Materialise konnte im September um 27,7% zulegen, nachdem das Management seine Gewinnerwartung für 2026 erhöht hatte. Die Position war im Fonds per Monatsende mit 4,2% als Position 5 gewichtet.
Dem Unternehmen folge ich seit 2015. Denn Materialise ist einer der Vorreiter im 3D Druck (additive Fertigung). Lange sah es danach aus, dass diese Technologie hohe Wachstumsraten erzielen wird. Spätestens in 2022 trat allerdings bei Investoren die Erkenntnis ein, dass die Implementierung in die laufenden industriellen Entwicklungs- und vor allem Fertigungsprozesse viel komplexer als ursprünglich angenommen sein wird.
Dauerhaft investiert sind wir in Materialise seit Mitte 2023. Den Einstieg empfahl ich, nachdem eine US-Investorin ihre Position über Monate auf den Markt geworfen hatte und damit den Aktienkurs sehr stark unter Druck brachte. Die annualisierte Rendite (IRR-Methode) des Investments liegt zum 30.09.2026 bei 13,4% (vor Fondskosten).
Das belgische Unternehmen ist seit 1990 im 3D Druck tätig. Materialise bedient das Gesundheitswesen mit personalisierten Implantaten und Softwarelösungen für die Operationsplanung, bietet Software für die industrielle Druckvorbereitung an und betreibt eine eigene Auftragsfertigung.
Im Medizinbereich planen Chirurgen den Eingriff am digitalen Abbild des Patienten. Auf dieser Basis fertigt Materialise passgenaue Operationsschablonen und Implantate. Nach Unternehmensangaben haben die medizinischen Lösungen bereits mehr als fünf Millionen Patienten erreicht.
Das Medical-Segment ist das Kernstück meiner Investmentthese. Von 2021 bis 2025 stieg der Segmentumsatz um 16,3% per annum von EUR 73 Mio. auf EUR 134 Mio. Die operative Marge (auf EBITDA Basis) liegt inzwischen bei über 30%. Mittlerweile stammt mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes aus diesem Segment. Zwei Faktoren führen zu Wettbewerbsvorteilen. Sowohl die regulatorischen Zulassungen in den USA und Europa als auch die tiefe Einbindung in die Arbeitsabläufe von Kliniken und Partnern wie Johnson & Johnson, Zimmer Biomet oder Medtronic bergen hohe Eintrittsbarrieren für Konkurrenten.
Ein Risiko besteht allerdings darin, dass diese Partner die Leistungen künftig selbst erbringen. Gleichzeitig ist die Konzentration auf wenige wichtige Kunden in diesem Segment hoch. Das Management betonte in unserem Gespräch allerdings, dass Materialise in vielen Fällen die direkte Beziehung zu den Chirurgen hält und damit tief in den Behandlungsprozess der Patienten eingebunden ist.
Überschattet wird diese erfolgreiche Entwicklung von den anderen beiden Segmenten. Der 3D Druck außerhalb des Gesundheitswesens setzt sich wie oben beschrieben langsamer durch als ursprünglich erwartet. Das trifft die Software, bei der Materialise zu den führenden Anbietern gehört und deren Umsatz seit Jahren stagniert. Die Auftragsfertigung leidet zudem unter der Industrieschwäche in Europa, insbesondere im Automobilbau, und schrieb 2025 operative Verluste. Lichtblicke sind die Luft- und Raumfahrt sowie die Verteidigungsindustrie in denen das Management über die letzten Quartale Aufträge gewann.
Seit 2024 führt Brigitte de Vet-Veithen das Unternehmen. Zuvor hatte sie sieben Jahre lang das erfolgreiche Medical-Segment geleitet. Seitdem wurden Randbereiche veräußert, die Kosten in der Auftragsfertigung gesenkt und die Forschung stärker auf Wirtschaftlichkeit ausgerichtet.
In einem früheren Gespräch hatte ich das Management auf Aktienrückkäufe angesprochen. Nach der Zweitnotierung im November 2025 in Brüssel (die Erstnotierung erfolgte in 2014 an der Nasdaq) kaufte Materialise im ersten Halbjahr 2026 erstmals eigene Aktien für EUR 5,2 Mio. zurück. Vor dem Hintergrund einer Netto Cash-Position die 17% der gegenwärtigen Marktkapitalisierung ausmacht und einer günstigen Bewertung der Aktie war dieser Schritt aus meiner Sicht überfällig.
Die Gründerfamilie hält rund 58% der Aktien bzw. 72% der Stimmrechte. Leichte Effizienzsteigerungen in der Kapitalallokation könnten in den kommenden Jahren erhebliche Verbesserungen bei den Kapitalrenditen zur Folge haben. Erste Anzeichen sind bereits sichtbar. Die Gründer und Mehrheitsaktionäre scheinen dem Management nun den Raum zu geben, um die wichtigen Schritte zur Steigerung der Profitabilität umzusetzen. Im Medical Segment sieht das Management weiterhin ungebrochenes Wachstumspotential. Die anderen beiden Segmente bieten uns zumindest die Optionalitäten einer Belebung, welche in der Bewertung der Aktie aus meiner Sicht nicht eingepreist scheint. (Risikohinweis: Prognosen unterliegen Unsicherheiten).
Wertentwicklung des WertArt Capital Fonds AMI
Im Folgenden finden Sie die Wertentwicklung des WertArt Capital Fonds AMI seit Auflage (I-Tranche - ISIN: DE000A2N65X4):

Quelle: Ampega Investment GmbH; Die Zahlen beziehen sich auf die Vergangenheit. Zukünftige Ergebnisse können sowohl höher als auch niedriger ausfallen.
Mit besten Grüßen aus Traunstein,
Benedikt Olesch, CFA
WA Capital GmbH
Taubenmarkt 9
83278 Traunstein
E-Mail: b.olesch@wertartcapital.com
Auszeichnungen per September 2026:


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