Monatskommentar März 2026
- Benedikt Olesch

- 18. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
Liebe Anleger,
im März sank der Anteilswert des WertArt Capital Fonds AMI um 3,9% (ISIN DE000A2N65X4), während der globale Small Cap Sektor um 7,4% fiel. Seit Jahresanfang liegt der WertArt Capital Fonds mit 0,2% im Plus, während der globale Small Cap Sektor seit Jahresanfang um 1,0% zulegen konnte.
Seit Ende März haben sich die Aktienmärkte deutlich erholt und unser Fonds konnte im April ein neues Allzeithoch erreichen. Aufgrund des Angriffs der USA und Israel’s auf den Iran hat der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz um schätzungsweise 90% seit Ende Februar 2026 abgenommen. Die Golfstaaten versorgen durch dieses Nadelöhr große Teile der Welt (vornehmlich Asien) mit Rohöl, LNG, Dünger, Kunststoffen und weiteren für die Weltwirtschaft existenziellen Rohmaterialien.
Marktteilnehmer scheinen im Moment ein Szenario hoch zu gewichten, aus dem die daraus resultierenden Belastungen für die Weltwirtschaft zeitlich und im Ausmaß begrenzt sein werden. Positive Gewinnerwartungen für den amerikanischen Aktienmarkt vornehmlich gefüttert durch hohe Investitionen in den Ausbau der AI-Kapazitäten stützen zudem die Börsenindizes.
Aus meiner Sicht ist die Einschätzung von Marktteilnehmern, dass die USA ein Gewinner der aufkeimenden Energiekrise seien, fehlerhaft. Gleichwohl führt diese Sichtweise zu einer gewissen Gleichgültigkeit aus US-Perspektive. Der US-Raffineriekomplex und weite Teile der US-Industrie und Agrarwirtschaft hängen allerdings sehr wohl von Energieimporten ab. Die Weltwirtschaft bleibt bis dato ein zusammenhängendes und über Jahrzehnte gewachsenes System. Derzeit fehlen diesem System schätzungsweise 10% an Antriebskraft. Exportbeschränkungen (China, Russland, Süd Korea) und Verzögerungen bei der Lieferung von Energie (Tanker werden kurzfristig von ihrer Route nach Europa nach Asien umgelenkt) verstärken die Engpässe. Anders als während der Covid Pandemie handelt es sich heute nicht um einen Nachfrageschock, sondern um einen Angebotsschock. Anders als bei einem Nachfrageschock sind die Möglichkeiten der Geld- und Fiskalpolitik zur Unterstützung der Wirtschaft bei einem Angebotsschock begrenzt. (Prognosen unterliegen Unsicherheiten)
Vor diesem Hintergrund prüfe ich die mittelfristige Resilienz unseres Portfolios. So empfahl ich z.B. einen Teil der Gewinne bei Westwing bereits Mitte März zu attraktiven Kursen zu realisieren, da ein sich abschwächendes Konsumklima in Europa eine naheliegende Konsequenz des Irankrieges seien könnte. In der Tat berichtete das Unternehmen dann Ende März zwar sehr gute Zahlen für 2025, ließ aber vorausschauend bereits jetzt negative Effekte aus dem Irankrieg in die Prognose für 2026 einfließen. Daraufhin sank der Aktienkurs deutlich. Westwing war per Ende März mit 5,3% im Fonds gewichtet. Der Aktienkurs von Westwing fiel im März um 22,0%. (Prognosen unterliegen Unsicherheiten)
Die kanadische Knight Therapeutics berichtete im März von einem erfolgreichen Jahresabschluss 2025. Der Umsatz stieg um 21 % auf CAD 450 Mio. – das zwölfte Rekordjahr in Folge. Auch der freie Cash Flow erreichte einen neuen Höchstwert. Getrieben wurde das Wachstum maßgeblich durch die Akquisition des Paladin-Portfolios und eine Lizenzvereinbarung mit Sumitomo, die zusammen über 50 neue Produkte in Kanada einbrachten. Für 2026 erwartet das Management einen Umsatz von CAD 490 bis 510 Mio.
In Knight Therapeutics sind wir seit 2019 investiert. Der Aktienkurs hat seither die operative Entwicklung nicht widergespiegelt und stagnierte über weite Strecken. Mehrere Faktoren belasteten die Wahrnehmung. Zunächst konzentrierte sich das Geschäft nach der Übernahme der lateinamerikanischen Plattform GBT zu rund 90 % auf Schwellenländer. Hohe Inflationsraten in Argentinien und die Schwäche der südamerikanischen Währungen gegenüber dem kanadischen Dollar belasteten die Ergebnisse. Die Wechselkurse haben sich in letzter Zeit allerdings deutlich stabilisiert.
Warum sind wir dennoch investiert geblieben? Entscheidend war die Qualität des Managements. Gründer Jonathan Goodman hält rund 20 % der Aktien und hat in den vergangenen fünf Jahren ausschließlich zugekauft – 32 Insiderkäufe, kein einziger Verkauf. CEO Samira Sakhia gibt konservative Prognosen ab und übertrifft diese regelmäßig. Zugleich hat das Unternehmen seit 2020 rund 28 % der ausstehenden Aktien über Rückkäufe erworben. Die Qualität der über die Jahre getätigten Zukäufe an Medikamenten wird nun auch in den Zahlen sichtbarer, da sich die Anzahl an Produkteinführungen beschleunigt.
Das Geschäftsmodell des Unternehmens: Knight entwickelt keine eigenen Wirkstoffe, sondern erwirbt exklusive Vermarktungsrechte für bereits zugelassene Medikamente in Kanada und Lateinamerika. Die Lizenzgeber – darunter Incyte, Helsinn, Eisai und Sumitomo – schätzen Knights Vertriebsinfrastruktur, die eine regulatorisch komplexe Region mit über zehn Ländern abdeckt (Von Mexiko bis Argentinien).
Im kanadischen Segment der Spezialitätenpharma verfügt das Management über jahrzehntelange Expertise. Die kürzlich durchgeführte Paladin-Akquisition verändert die geographische Zusammensetzung grundlegend. Vor der Transaktion entfielen rund 90 % des Umsatzes auf Lateinamerika. Auf Basis der annualisierten Q4-Rate dürfte Kanada bereits 25 bis 30 % ausmachen.
Die über Paladin und Sumitomo erworbenen Wachstumsprodukte – insbesondere Orgovyx (Prostatakrebs), Myfembree (Uterusmyome) und Xcopri (Epilepsie) – wuchsen im zweiten Halbjahr 2025 um 68 % gegenüber dem ersten Halbjahr laut IQVIA-Daten. Für 2026 plant das Management mindestens zehn weitere Produktlancierungen, darunter die Erweiterung der Minjuvi-Zulassung um follikuläres Lymphom.
Die Bewertung bleibt moderat. Das Unternehmen wird mit dem rund neun-fachen freien Cash Flow bewertet. Die Aktie von Knight Therapeutics konnte im März um 14,6% zulegen. Knight war per Ende März mit 3,7% im Fonds gewichtet. (Prognosen unterliegen Unsicherheiten)
Wertentwicklung des WertArt Capital Fonds AMI
Im Folgenden finden Sie die Wertentwicklung des WertArt Capital Fonds AMI seit Auflage (I-Tranche - ISIN: DE000A2N65X4):

Quelle: Ampega Investment GmbH; Die Zahlen beziehen sich auf die Vergangenheit. Zukünftige Ergebnisse können sowohl höher als auch niedriger ausfallen.
Mit besten Grüßen aus Traunstein,
Benedikt Olesch, CFA
WA Capital GmbH
Taubenmarkt 9
83278 Traunstein
E-Mail: b.olesch@wertartcapital.com
Auszeichnungen per März 2026:


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