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Monatskommentar April 2026

Liebe Anleger,


im April stieg der Anteilswert des WertArt Capital Fonds AMI um 4,7% (ISIN DE000A2N65X4), während der globale Small Cap Sektor um 7,4% zulegte. Seit Jahresanfang liegt der WertArt Capital Fonds mit 4,8% im Plus, während der globale Small Cap Sektor seit Jahresanfang um 8,5% zulegen konnte.


 

Die hohen Investitionen der großen Techunternehmen in den Ausbau ihrer Artificial Intelligence (AI) Kapazitäten beflügelten im April die Aktien von Halbleiterunternehmen. Der Nasdaq PHLX Semiconductor Index stieg im April um rund 35%. Die Rallye weitet sich derzeit zunehmend auf eine große Anzahl an Werten aus diesem Sektor aus. Aus meiner Sicht vermischen Marktteilnehmer glänzende Zahlen von einigen Unternehmen mit der Hoffnung auf zukünftige Gewinnsteigerungen bei vielen anderen Unternehmen. Auch die Aktie unseres Halbleiterunternehmens Melexis konnte im April um 35,6% zulegen. Dabei interessierte es die Marktteilnehmer wohl nicht, dass die Zahlen für das erste Quartal und der Ausblick für das Gesamtjahr aus meiner Sicht wenig Grund zur Euphorie gaben. Langfristig gesehen sollte Melexis von der zunehmenden Nachfrage nach Robotik profitieren. Denn Melexis ist mit ihrer Magnetsensor-Expertise gut positioniert. Erste Beiträge zu den Ergebnissen aus dem Segment Robotik sind aber nicht vor 2028 zu erwarten. Daher empfahl ich per Ende des Monats die Gewinne bei Melexis für unseren Fonds zunächst einmal zu realisieren. (Prognosen unterliegen Unsicherheiten)

 

Über das koreanische Unternehmen SK Telecom sind wir seit Anfang Februar indirekt in dem AI-Unternehmen Anthropic investiert. Anthropic’s Hauptproduktfamilie ist Claude. Es ähnelt dem bekannteren ChatGPT, findet aber weniger im Consumer Bereich und eher im Business Segment Anwendung. Anthropic plant laut Medienberichten einen Börsengang (evtl noch in 2026 oder später). Das Unternehmen soll den annualisierten Umsatz (ARR) per Anfang April 2026 auf USD 30 Milliarden gesteigert haben - verglichen mit einem annualisierten Umsatz von USD 9 Milliarden per Ende 2025.

 

SK Telecom selbst hat sich früh der Integration von AI in das eigene Geschäft verschrieben. So unternahm das Management unter anderen eine Kooperation mit Anthropic und investierte dabei recht früh in Anthropic selbst. Dieses Investment ist mittlerweile auf mehrere Milliarden Dollar angewachsen und deckt einen substantiellen Anteil der Marktkapitalisierung von SK Telecom ab. Das Unternehmen hält weitere aussichtsreiche Beteiligungen im Technologiesegment, richtet das Geschäftsmodell intensiv auf AI aus und erzielt in den kommenden Jahren voraussichtlich stabile Erträge aus dem Telekommunikationsgeschäft.

 

Im Vergleich zu zyklischen Halbleiteraktien liefert unser Investment in SK Telecom voraussichtlich ein solides Fundament an wiederkehrenden Erträgen aus dem Telekomgeschäft. Die frühe Ausrichtung auf AI bietet zudem Optionalitäten für zukünftig steigende Erträge. Die Aktie von SK Telecom konnte im April um 27,1% zulegen. SK Telecom war per Ende April mit 3,6% im Fonds gewichtet. (Prognosen unterliegen Unsicherheiten)

 

Marktteilnehmer bewerteten die geopolitische Entwicklung im April positiv. Mit den ersten Waffenstillstandssignalen zwischen USA/Israel und Iran schien die Problematik aus Sicht der Aktienanleger weitgehend abgehakt. Dennoch: die Straße von Hormus bleibt weiterhin geschlossen, und die globalen Förder- und Transportausfälle sind beträchtlich.

 

Warum sind die Folgen bisher kaum bemerkbar? In der kürzlich veröffentlichten Research Note von J.P. Morgan „Oil Flash Note – The Illusion of Plenty" beschreibt die Analystin Natasha Kaneva, dass die globalen Lagerbestände derzeit als Puffer dienen und damit den eigentlichen Schock vom Markt fernhalten. Zu Jahresbeginn 2026 – also kurz vor Kriegsausbruch Ende Februar – lag die Schätzung der weltweiten Lagerbestände bei enormen 8,4 Milliarden Barrel Erdöl (inklusive raffinierter Produkte). Per Ende April reduzierten sich diese Bestände auf schätzungsweise 8,1 Milliarden Barrel.

 

Als mit der Materie wenig vertrauter Betrachter könnte man annehmen, dass die globale Wirtschaft damit über lange Zeit hinweg über ausreichende Reserven verfügt. Laut Natasha Kaneva ist dies aber keineswegs der Fall: Von den 8,4 Milliarden Barrel sind nur rund 0,8 Milliarden – also knapp 10% – tatsächlich verfügbar gewesen, ohne das System operativ in Bedrängnis zu bringen. Die übrigen rund 90% sind in Pipelinefüllungen, Mindesttankniveaus und sonstigen operativen Erfordernissen gebunden.

 

Die Analystin beschreibt das System als Kreislauf – ähnlich dem Blutkreislauf beim Menschen. Auch der Mensch braucht eine gewisse Mindestmenge an Blut, damit der Körper funktioniert. Genauso verhält es sich mit Raffinerien, Pipelines und Lagerstätten. Wird zu viel Ölvolumen entnommen, bricht das Kreislaufsystem zunehmend zusammen – nicht weil das Öl physisch verschwindet, sondern weil das Verteilnetz nicht mehr genügend Arbeitsvolumen hat, um zu funktionieren.

 

Natasha Kaneva unterscheidet dabei zwei kritische Schwellen: Das „Operational Stress Level" bei bereits rund 7,6 Milliarden Barrel markiert den Punkt, ab dem das System unter Druck gerät. Bei den derzeitigen Abflussraten könnte dieses Niveau bereits Anfang Juni 2026 erreicht werden. Das „Operational Floor Level" bei rund 6,8 Milliarden Barrel stellt die absolute operative Untergrenze dar – ein Wert, der bei anhaltender Hormus-Schließung im September 2026 erreicht werden könnte.

 

Interessant ist die Abfolge, in der die Lagerbestände abgebaut werden – die Analystin vergleicht diese mit den Schichten einer Zwiebel. Zuerst werden die schnell verfügbaren Bestände auf See angezapft, danach die kommerziellen Lager an Land, anschliessend die strategischen Reserven. Erst wenn diese Schichten erschöpft sind, übernimmt die sogenannte „Demand Destruction". D.h. die Nachfrage wird zunehmend reduziert.

 

Genau an diesem Übergang stehen wir laut J.P. Morgan aktuell: Die globale Ölnachfrage ist im März bereits um 2,8 Mio. Barrel pro Tag eingebrochen, im April zeichnet sich ein Rückgang von rund 4,3 Mio. Barrel ab, und für Mai erwartet Natasha Kaneva einen Rückgang von etwa 5,5 Mio. Barrel pro Tag. Damit verschiebt sich der Markt von einem „managed adjustment" – gesteuert über die Freigaben von strategischen Reserven und schwimmende Lager – hin zu einem „forced adjustment", bei dem der Preis selbst zum primären Steuerungsmechanismus wird. (Der globale Bedarf an Rohöl liegt derzeit bei rund 100 Mio. Barrel am Tag)

 

Meldungen über vermeintlich hohe globale Lagerbestände müssen daher laut J.P. Morgan mit Vorsicht bewertet werden. (Prognosen unterliegen Unsicherheiten)

 

Wertentwicklung des WertArt Capital Fonds AMI


Im Folgenden finden Sie die Wertentwicklung des WertArt Capital Fonds AMI seit Auflage (I-Tranche - ISIN: DE000A2N65X4):



Quelle: Ampega Investment GmbH; Die Zahlen beziehen sich auf die Vergangenheit. Zukünftige Ergebnisse können sowohl höher als auch niedriger ausfallen.


Mit besten Grüßen aus Traunstein,


Benedikt Olesch, CFA

WA Capital GmbH

Taubenmarkt 9

83278 Traunstein


Auszeichnungen per März 2026:





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